Netzwerke.
Sie begegnen mir ständig und bringen mich wiederholt zum Nachdenken.
Netzwerke im Allgemeinen und Autor/Innennetzwerke im Speziellen. Sei es nun das PAN. e.V., die BartBroAuthors oder seit Kurzem das Nornennetz. Sie alle verheißen Gemeinschaft, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Doch so verlockend sie alle auf mich wirken, so schwer fällt es mir, mich tatsächlich bei einem zu bewerben. Warum?

Es ist eine Frage, die mich jetzt seit einigen Wochen quält. Bin ich denn nicht in der Lage, mich mit anderen Menschen auszutauschen und in einer gemeinsamen Sache zu unterstützen? Fällt es mir wirklich so schwer, auf andere Menschen zuzugehen?

Die Antwort lautet: „Nein.“ Tatsächlich kann ich das sogar sehr gut. Ich habe vielleicht einige Probleme, Smalltalk zu führen, aber darum geht es bei diesen Netzwerken auch gar nicht. Mein Problem liegt darin, dass ich mich als Individuum nicht einer Gemeinschaft zurechnen möchte, in der wiederum völlig unterschiedliche Individuen vereint werden.

Ich hoffe, Sie verstehen mich nicht falsch. Ich empfinde jedes der genannten Netzwerke als begrüßenswert und freue mich, dass sie für andere Menschen so wertvoll sind. Oft wünsche ich mir, auch dazugehören zu können. Mich plagt die Sorge, eine Außenstehende zu bleiben, mit der jeder zwar gerne redet, die aber einfach nicht dazugehört. Dann keimt wieder kurz die Absicht in mir auf, mich endlich zu bewerben, doch ich scheitere erneut an mangelnder Überzeugung.

Ich vernetze mich gerne. Aber mit Individuen, die ich persönlich als sympathisch, interessant und freundlich empfinde. Es fällt mir sehr schwer, mich mit einem Kollektiv zu identifizieren. Deshalb möchte ich keine Spinne sein, die andere in ihrem Netz fängt. (Oder gar ein gefangenes Insekt.) Ich bin lieber die faszinierte Träumerin, die die Netze von außen bewundert und zusieht, wie sie wachsen.

Dennoch sei betont, dass Spinnen, Fliegen, Motten (ganz besonders Motten) und jeder, der sich sonst dort draußen aufhält, in meinen Gedankenwäldern herzlich willkommen ist. Und natürlich freue ich mich, wenn sich unter Ihnen noch andere Beobachter meiner Art befinden, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

2 Gedanken zu “Ich will keine Spinne sein!

  1. Hi Wiebke,
    du bist und wirst keinesfalls eine Außenseiterin sein. Ich kenne einige (twitternde) Autorinnen und Autoren, die keinem Netzwerk angehören und dennoch „groß“ sind und keinesfalls Außenseiter sind. Ich spreche und schreibe immer wieder gerne mit dir und du gehörst zu meinem Kreis genauso wie aktive oder inaktive BartBroAuthors, ehemalige Vereinsmitglieder oder Unabhängige sowie Desinteressierte.
    Ich freue mich, immer wieder von dir zu lesen 😛
    Grüzie
    Kia

    1. Vielen lieben Dank!
      Das freut mich wirklich sehr zu hören.
      Und auch wenn es mal fast zwei Monate dauern kann, bis ich antworte, freue ich mich immer über jeden Austausch mit dir. 😉
      Herzliche Grüße
      Wiebke

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