Schatten über den Wäldern

oder
Nazis auf der Buchmesse

Was nun folgt, ist ein chaotischer, unübersichtlicher und ohnmächtiger Versuch, meine Gedanken zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse in Worte zu fassen. Ich warne Sie ausdrücklich, denn wie Sie vielleicht bemerkt haben, halte ich mich bei poltischen Themen meist zurück. Nicht, weil es mich nicht interessiert, sondern, weil es mir schwerfällt, meine Gedanken dazu in angemessene Worte zu fassen.
Für mich sind die Menschen nicht schwarz oder weiß, gut oder böse, links oder rechts. Ich sehe Individuen, die aus bestimmten Gründen auf eine bestimmte Art und Weise denken und handeln. Meine Bemühungen gehen dahin, alles und jeden aus jeder nur erdenklichen Perspektive zu betrachten und am Ende zu verstehen. Diese, nennen wir es Angewohnheit, überfordert mich zunehmend. Ich habe immer Angst, einen Aspekt zu vergessen und mich auf etwas festzulegen, das ich gar nicht so meine.
Darüber hinaus fehlt mir die nötige Weitsicht, Bildung und das Verständnis, um komplexe politische Vorgänge vollständig zu erfassen. Doch mir ist auch bewusst, dass die Zeiten vorbei sind, in denen man sich bedenkenlos aus allem heraushalten kann. Deshalb möchte auch ich ein wenig Senf zu den Ereignissen auf der Frankfurter Buchmesse abgeben. Frikadelle und Brötchen gilt es allerdings bei anderen Bloggern einzusammeln, auf die ich natürlich an geeigneter Stelle verweisen werde.

Nun zum eigentlichen Thema:

Die Buchmesse als politische Bühne.
(Ich erspare mir die genaue Darstellung der Abläufe und Vorfälle von Freitag und Samstag. Ich möchte hierzu auf den Beitrag von Sven Hensel verweisen.)

„Auf der Buchmesse dreht sich alles um Bücher!“
Das war immer meine, zugegeben etwas naive, Vorstellung. Im Kern stimmt diese These sicherlich auch, aber sie verklärt die Konsequenzen. Denn wo Bücher sind, das ist Text und wo Text ist, ist auch Meinung und wo Meinung ist, … Tja, was ist da eigentlich?
Im Idealfall sollte es wohl „offener Diskurs auf Augenhöhe“ heißen. Leider liegt dieser Idealfall nur selten vor. Gerade der politische Diskurs neigt dieser Tage dazu, emotional aufgeladen zu werden. Themen die sachlich und differenziert besprochen werden müssten, werden verbal aufgebauscht und inhaltlich reduziert. Mir erscheint es, als ginge es am Ende nur noch um die Frage, ob rechts oder links. (Und natürlich Flüchtlinge.) Es scheint, als gebe es nichts mehr dazwischen.
Die Buchmesse ist also theoretisch ein Ort, an dem viele verschiedene Meinungen, Denk- und Glaubensrichtungen, und politische Ansichten aufeinander treffen. In der einen Ecke wird angeregt darüber diskutiert, ob phantastische Literatur in den Feuilleton gehört oder nicht, am nächsten Stand spricht jemand über die Vor- und Nachteile des Self-Publishings und an der nächsten Ecke bekommt man eine aufs Maul, weil man sich gegen rechte Parolen äußert.

Diskussionskultur nennt man das.

(Bitte verzeihen Sie mir meinen Sarkasmus, er ist Teil meiner Persönlichkeit.)

Was mich an den Vorfällen auf der Buchmesse am meisten stört, ist weniger der Aspekt, dass es zu Konflikten gekommen ist, denn das war in dieser Konstellation vorprogrammiert, sondern der Umgang damit. Wenn man sich auf der Buchmesse den Dialog mit rechten Verlagen wünscht, dann muss der Veranstalter dafür sorgen, dass dieser Austausch auch in einem angemessenen Rahmen erfolgt. Sobald eine Situation über eine hitzige Diskussion oder eine fragwürdige aber friedliche Veranstaltung hinausgeht, sollte diese abgebrochen werden. Zum Schutz aller Anwesenden. (Zu diesem Aspekt möchte ich auf den Beitrag von Nike Leonhard verweisen, der es im Gegensatz zu mir gelungen ist, die Ereignisse nüchtern und rational zu reflektieren.)

Offene Gewalt inmitten unzähliger Bücher bedeutet, für mich zumindest, eine Art Entweihung. Der Zauber der Seiten wurde gebrochen und ich auf dem harten Boden der Tatsachen ausgesetzt. Denn natürlich gibt und gab es immer schon Bücher die Fremdenfeinlichkeit, Homophobie, Intoleranz, Nationalismus, Sexismus, oder kurz gesagt: Menschenfeindlichkeit und andere verabscheuungswürdige Inhalte transportieren. Aber bisher ist es mir gelungen, sie auszublenden. Ich dachte immer: „Sowas liest doch eh keiner“ oder „Das kann doch niemand ernst nehmen“.

Was war ich unschulding, naiv und dumm.

Dass rechtes Gedankengut und Naziparolen offen geäußert werden können, ohne laute und umfassende Kritik zu ernten, ist schlichtweg beängstigend. Nicht minder bedenklich ist es jedoch, dass öffentliche Stellungnahme gegen rechts heute offenbar gleichbedeutend mit linksradikal ist. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen das Gegen-rechts-stellen noch als selbstverständlich galt und keinesfalls als radikal. Es gab Zeiten, in denen sich auch Konservative offen gegen Rechte äußerten. Doch jetzt bleibt die Option anscheinend nur noch den Linken. Verzeihung, den Linksradikalen. (Man verzeihe mir das Richtungsanzeigende Gerede, aber es bräuchte einen eignen Beitrag, um zwischen allen politischen Gruppierungen zu unterscheiden.)

Ich wäre wohl nie auf den Gedanken gekommen, mich als solche zu bezeichnen. Aber meine offene Bekenntnis zur Toleranz macht mich anscheinend zu einer radikalen. Wie ich schon an anderer Stelle bemerkte, lautet meine persönliche oberste Direktive: Meine Toleranz endet dort, wo die Intoleranz anderer beginnt!

Deshalb kann ich Nazis an einem Ort, wo offener Diskurs auf Augehöhe gewünscht wird, nicht ernst nehmen oder gar tolerieren. (Eigentlich kann ich das grundsätzlich nicht, aber ich versuche, die Meinungsfreiheit ernst zu nehmen, solange sie in angemessenem Rahmen genutzt wird.) An dieser Stelle möchte ich noch auf die Beiträge von Bücherkrähe und Jasmin Zipperling verweisen, die mir ebenfalls aus dem Herzen sprechen.

Ein Fazit? – Kann ich nicht!
Es war meine erste Buchmesse und ich hatte mich sehr darauf gefreut. Bücher begleiten mich bereits mein ganzes Leben und wie für viele andere Leseratten ist fast jedes Buch ein kleiner Schatz für mich, dem ich mit Ehrfurcht begegne. Bücher sind gleichbdeutend mit Bildung, Wissen und Freiheit. Jedes Buch bietet auf seine Weise die Möglichkeit, in Geschichten oder Geschichte einzutauchen, in fremde Welten zu fliehen oder schlicht neues Wissen zu gewinnen.
Die Buchmesse war für mich ein Ort, den ich mit Ehrfurcht und Freude betrat. Ehrfurcht vor der schieren Masse bedruckter Seiten und die Freude darauf, in ihnen zu stöbern und mich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Mit Gleichgesinnten …

 

Geburtstagsgedanken

Und wieder ist ein Jahr vergangen …

Wissen Sie, ich wollte nie einer dieser Menschen werden, die jedes Jahr an ihrem Geburtstag darüber klagen, älter zu werden. Ich hatte nie Probleme mit dem Älterwerden, da ich mich selbst die meiste Zeit sehr jung fühle.
Doch heute werde ich 28 Jahre alt. Achtundzwangzig. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das sind zwei Jahre vor der großen, bösen Dreißig. (Die Älteren unter meinen Lesern dürfen jetzt gerne herzhaft über mich lachen.) Eine Zahl, bzw. ein Alter das ich niemals als groß und böse wahrnehmen wollte.

Und jetzt? Jetzt fürchte ich sie eben doch.

Als Kind und Jugendliche konnte ich mir nie vorstellen, dass man wirklich älter als fünfundzwanzig werden kann. Vielleicht, weil mir vorausschauendes Denken nicht besonders liegt. Das fängt schon beim Autofahren an und endet beim Wocheneinkauf. Ich lebe im Hier und Jetzt. Wenn mir jetzt eine scheinbar gute Idee kommt, z.B. spontan diesen Blogbeitrag zu schreiben, dann mache ich das. Und wenn sich diese Idee als weniger gut entpuppt, dann bereue ich sie eben.

Mal mehr, mal weniger.

Auf diesem Wege habe ich also über die Fünfundzwanzig hinaus gelebt und keine Ahnung, was als nächstes kommt.
Und darin liegt vermutlich auch der Grund, warum mir die Achtunfzwanzig solche Bauchschmerzen bereitet: Ich habe keine Ahnung, was die Zunkunft für mich bereithält. Die meisten meiner Freundinnen und Freunde haben jetzt eine abgeschlossene Ausbildung oder beenden gerade ihr Studium. Denken allmählich ans Heiraten, Haus bauen, Baum pflanzen und Kinder kriegen.
Ich aber habe bereits zwei Kinder, bin verheiratet, habe keine abgeschlossene Ausbildung, träume von einem kleinen Haus und habe immerhin schon einen Baum gepflanzt. Eine Kastanie.
Ich kann nicht behaupten, unglücklich zu sein. Ganz im Gegenteil. Ich befinde mich in der besonderen Situation, meinen Traum leben zu können. Ich darf schreiben. Der einzige, winzig kleine und schmerzhafte Haken daran ist jedoch, dass ich zunächst kein bisschen zu unserem Familieneinkommen beisteuern kann. Für meine Familie ist das kein Problem, sie unterstützt mich. Aber für mich.
Ich habe mit vierzehn Jahren begonnen, mein eigenes Geld zu verdienen und erst zehn Jahre später damit aufgehört. Etwa zu dem Zeitpunkt, als alle anderen damit anfingen. Und es nagt an meinem Ego.

Geld ist nicht alles, aber leider verdammt viel. Ohne es zu wollen, definiere ich mein Selbstwertgefühl darüber. Es geschieht unbewusst. Ich weiß theoretisch, dass ich ebensoviel leiste, wie andere auch. Dass ich, besonders für meine Familie, Arbeit leiste, die nicht in Geld aufzuwiegen ist. Und dennoch nagt jeden Tag der Zweifel an mir. Es ist das Gefühl, abhängig zu sein, nichts erreicht zu haben, weil ich kein hübsch bedrucktes Blatt Papier vorweisen kann, auf dem mir mein Hochschulabschluss bescheinigt wird. Oder ein schlicht bedrucktes Blatt Papier, das mir am Ende des Monats satte Zahlen präsentiert.

Ich habe derzeit nur viele Blätter Papier mit Worten darauf. Langen, kurzen, prallen, schwachen, schönen und weniger schönen Worten. Einundsechzig Normseiten mit meinen Worten. Sie sind zur Zeit, mein ganzer Stolz und meine Hoffnung, irgendwann vielleicht wieder auf eigenen Füßen stehen zu können.

Ich bin gespannt, was das nächste Jahr bereit hält. Für mich und für Sie, meine werten Leser.

 

Der Mörder lauert im Garten

Meine werten Damen und Herren,

ich präsentiere hier meinen Beitrag zur fünften „ClueWritingChallenge“.
Das vorgegebene Setting für diese Kurzgeschichte war „Garten“ und die zu verwendenden Clues lauteten: „Trompete“, „Mischsalat“, „Wissen“, „Stein“ und „Schreibtisch“.

Der Mörder lauert im Garten

Emmis Ideen waren meist kindisch, oft unsinnig und manchmal gefährlich. Besonders schlimm war es, wenn ihr langweilig war, wie an diesem ganz besonders öden Ferientag. Mama war arbeiten, Papa erledigte Einkäufe und ich musste auf meine neunjährige Schwester aufpassen. Ich war zwölf und hasste es. Emmi war klein, albern und es war einfach nicht cool, in den Ferien mit der kleinen Schwester zu spielen.
„Sollen wir Detektive sein?“, unterbrach Emmi unser halbherziges Monopolyspiel.
„Und was machen Detektive so?“, fragte ich desinteressiert.
„Sie suchen nach Spuren und beschatten Leute und manchmal“, jetzt flüsterte sie, „finden sie sogar Leichen.“
Ich horchte auf. Emmi liebte Geschichten über Detektive und Geheimnisse, doch kamen in ihren Büchern und Hörspielen keine Leichen vor, da war ich mir sicher.
„Hast du wieder heimlich in Mamas Krimis gelesen?“, woher sollte sie dieses Wissen sonst haben?
„Du verrätst mich doch nicht, oder?“, fragte sie mit schief gelegtem Kopf.
„Nein, aber nur wenn ich heute deinen Nachtisch bekomme“, ich genoss einen Augenblick den beleidigten Ausdruck in ihrem Gesicht, „und du mir zeigst, was Detektive an so einem Tag machen.“

Der verlorene Nachtisch war schlagartig vergessen.
„Zuallererst brauchen wir eine Lupe“, stellte Emmi eifrig fest, „damit suchen wir nach Spuren.“
„Nach was für Spuren denn und wo überhaupt?“
„Was es für Spuren sind kann man vorher nie genau wissen, aber ich schlage vor, wir fangen hier im Garten an.“
„Im Garten? Warum denn im Garten?“, fragte ich gespielt ahnungslos.
„Weil der Mörder immer im Garten lauert“, antwortete Emmi, „hol du erstmal eine Lupe.“

Also ging ich ins Wohnzimmer und suchte in Papas Schreibtisch nach seiner Lupe. Als ich damit zurück in den Garten kam, hockte Emmi vor der kleinen Mauer zum Nachbargrundstück.
„Schon was gefunden?“, fragte ich von Weitem.
„Ja, sicher!“, rief sie aufegregt, „Komm schnell her!“
Gemächlich schlenderte ich zu ihr. Bloß nicht zuviel Interesse zeigen, das stachelte die nur an.
„Sieh mal“, sagte sie als ich sie erreichte und deutete auf einen bunten Mischsalat aus Butter- und Gänseblümchen sowie einigen Löwenzahnblättern.
„Da hat sich wohl ein hungriges Kaninchen ein Mittagessen gesammelt“, schlussfolgerte ich.
„Nein, du Dummkopf. Sieh sieh doch mal ganz genau hin!“
Sie hielt die Lupe über die Ansammlung von Blüten und Blättern und ich blickte gelangweilt hindurch.
„Der Salat ist nicht besonders frisch?“, rätselte ich.
„Nein!“, rief sie genervt. „Dieser Löwenzahn,“ sie nahm ein Büschel in die Hand, „wuchs hier in der Mauer. Und jetzt sieh dir die Druckstellen an. Da ist doch jemand draufgetreten.“
Ich sah genauer hin. Mit viel Phantasie ließen sich in den zermatschten Blättern ein Sohlenprofil erkennen. Ich setzte eine strenge Miene auf.
„Du hast den Löwenzahn aus der Wand gerissen?“
Zerknirscht sah Emmi mich an.
„Er ließ sich so schlecht untersuchen. In dem Schatten von der Hecke konnte ich gar nichts erkennen.“
Mahnend hob ich einen Finger. „Ein richtiger Detektiv darf niemals Beweismaterial anfassen und erst recht nicht entfernen.“
„Ja, aber ich musste das Muster doch mit dem auf den anderen Blumen vergleichen.“
„Achso, dann wollen wir das noch einmal gelten lassen“, ich beschloss einige Lücken in der Beweisführung zu ignorieren. „Was schließt du denn aus diesen Hinweisen?“
Emmi grübelte eine Weile angestrengt und fragte dann: „Hast du Herrn Wildkorn in letzter Zeit Trompete spielen hören?“
Herr Wildkorn war unser Nachbar, doch ich verstand nicht, wie Emmi jetzt ausgerechnet auf ihn kam.
„Nein, warum fragst du?“
„Weil ich ihn auch nicht gehört habe. Wir hatten aber die ganze Zeit gutes Wetter und dann übt er immer auf der Terrasse. Am Anfang der Ferien hat er uns damit wahnsinng gemacht, erinnerst du dich?“
„Ja schon. Aber sei doch froh, dass er ein paar Tage Ruhe gibt. Ich verstehe nicht, was das mit deinen angeblichen Fußabdrücken zu tun haben soll.“
„Stell dir vor, ein Mörder ist über unsere Mauer in Herrn Wildkorns Garten geklettert und der arme liegt seit Tagen tot in seinem Haus. Er ist bestimmt schon ganz verfault.“
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Jetzt mal im Ernst Emmi, was für Bücher hast du gelesen?“
Doch Emmi beachtete mich überhaupt nicht. Sie hatte sich bereits der Mauer zugewandt und forderte mich auf, eine Räuberleiter zu machen.
„Emmi, das geht nun wirklich zu weit!“
„Ach was“, entgegnete sie, „wir sind doch Detektive.“
Mit diesen Worten begann sie, die niedrige Mauer ohne meine Hilfe hinauf zu klettern. Schließlich saß sie oben, schwang ihre Beine auf die andere Seite und ich hörte, wie sie mit einem dumpfen Plumpsen im benachbarten Garten landete.

„Emmi, ist alles gut? Hast du dir weh getan?“, rief ich leise hinüber.
Keine Antwort. Ich wurde nervös und folgte ihr. Als ich mich neben ihr in einen Johannisbeerstrauch fallen ließ, strahlte sie mich mit vollem Mund an.
„Gwuck mal, Wohammisbeeren.“
Ich verdrehte die Augen. „Ich dachte, wir klären hier einen Mordfall“, flüsterte ich und genehmigte mir ebenfalls eine Hand voll der roten Früchte.
Emmi wurde schlagartig wieder ernst.
„Am besten schleichen wir uns hier im Gebüsch an der Mauer entlang bis zur Terrasse und sehen uns erstmnal vorsichtig um.“
Ohne meine Reaktion abzuwarten, kroch sie voran durch die dicht stehenden Sträucher, die entlang der gesamten Mauer wuchsen. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als ihr zu folgen. Schließlich konnte ich sie hier doch nicht alleine lassen.

Wir hatten zwei Drittel des Weges zurückgelegt als Emmi plötzlich anhielt. Ich stieß beinahe gegen sie.
„Sieh mal“, flüsterte sie und deutete vor sich auf den Boden.
„Ein Stein“, bemerkte ich fachkundig.
„Ja, aber hier“, sie zeigte auf eine Stelle des faustgroßen Steins, „das ist doch Blut.“
Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass tatsächlich etwas Rotes an dem Stein haftete.
„Und jetzt?“, fragte ich wiederholt.
„Wir nehmen den Stein mit. Steck du ihn in deine Tasche, aber achte darauf, dass du ihn nur mit dem Ärmel anfasst. Das ist bestimmt die Mordwaffe.“
„Die Mordwaffe?“, fragte ich entsetzt.
„Ja, damit hat der Mörder Herrn Wildkorns Kopf eingeschlagen oder so“, ihre Augen leuchteten bei diesen Worten. Ich musste Mama unbedingt darum bitten, ihre Krimis zu verstecken.

Suchend blickte Emmi durch das dichte Gestrüpp in den Garten.
„Da! Sieh mal!“, rief sie plötzlich und deutete durch die Zweige zur Terasse. Dort stand ein Gartentisch aus Plastik mit vier Stühlen. Und auf dem Tisch lag etwas. Durch die Zweige konnte ich es nicht gut erkennen, aber in der Sonne glänzte es metallisch.
„Was ist denn da?“, fragte ich.
„Das ist seine Trompete!“, stieß sie aufgeregt hervor. „Dass er sie hier so einfach auf dem Tisch liegen lässt, erscheint mir rätselhaft.“
„Warum?“, flüsterte ich, „Vielleicht hat er sie nach dem Spielen einfach abgelegt.“
„Denk doch mal nach“, forderte mich meine kleine Schwester auf. „Es sieht doch so aus, als ob er sein Instrument nur kurz abgelegt hat, weil er abgelenkt wurde. Aber wir haben ihn heute gar nicht spielen hören. Das passt doch nicht zusammen.“
„Und was denkst du, was passiert ist?“, fragte ich genervt.
„Jemand ist in seinen Garten geklettert, Herr Wildkorn hat ihn gesehen und seine Trompete abgelegt, um mit dem Unbekannten zu sprechen oder ihn zu verjagen. Der Eindringling fühlte sich bedroht oder so und sie haben gestritten. Und dann hat der Mörder ihm mit dem Stein den Kopf eingeschlagen.“

Ich dachte über Emmis Worte nach und fragte mich, wie ich überhaupt in diese Situation geraten war. Eigentlich wollte ich bloß meiner kleinen Schwester eine Freude machen, die sich jetzt einen Mordfall zusammengesponnen hatte und ich wusste nicht, wie ich da wieder rauskommen sollte. Daher beschloss ich, die Sache einfach durchzuziehen.
„Dann sollten wir nachsehen, wie es Hernn Wildkorn geht“, sagte ich, machte einen entschlossenen Schritt aus dem Gebüsch heraus und hielt Emmi auffordernd meine Hand hin. Emmi wirkte verwirrt wegen meines plötzlichen Tatendrangs und griff nur zögerlich danach. Gemeinsam gingen wir einige Schritte auf die halbherzig gepflegte Wiese hinaus und blickten uns erneut um. Niemand war zu sehen.
„Herr Wildkorn“, flüsterte Emmi.
Für einen Augenblick hielten wir den Atem an. Keine Reaktion.
Dann bemerkte ich etwas und tippte Emmi auf die Schulter. Mit dem ausgestreckten Zeigefinger wies ich auf das Gartenhäuschen, das sich am hinteren Ende des Gartens befand. Die Tür stand einen Spalt breit offen.
Emmi sog scharf die Luft ein und flüstere fast tonlos: „Da drin liegt bestimmt die Leiche. Ob der Mörder noch da ist? Ich meine, warum sollte die Türe sonst noch offen stehen?“
Allmählich wurde mir die Sache unheimlich. Emmis Geschichte erschien mir gar nicht mehr so abwegig. Mit klopfendem Herzen schlich ich auf das Gartenhaus zu. Emmi griff nach meiner Hand und folgte mir. Als wir es erreichten, lugten wir mit angehaltenem Atem durch den schmalen Türspalt.

Es war dunkel und wir konnten nur Schatten erkennen. Doch jemand bewegte sich. Ein Mann, nicht allzu groß und etwas rundlich und er beugte sich über etwas, das vor ihm auf dem Boden lag. Mir entfuhr ein Schrei und ich machte auf dem Absatz kehrt, um zur Mauer zurückzurennen. Doch meine kleine Schwester hielt mich fest und während ich versuchte, sie mit mir fortzuziehen, zog sie die Tür des Gartenhauses auf. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sich der Mann aufrichtete und sich, erstaunlich schwerfällig für einen Mörder, zu uns umdrehte. Dann erkannte ich die weiße Lockenmähne.
„Herr Wildkorn, was machen Sie denn da?“, entfuhr es mir.
„Das gleiche könnte ich euch fragen“, antwortete Herr Wildkorn mit einem freundlichen Lächeln.
„Herr Wildkorn, wir haben Sie heute nicht spielen hören und dann wollten wir nachsehen und haben einen blutigen Stein gefunden und die Trompete gesehen und Sie waren nicht da und wir haben gedacht, Sie wären tot“, sprudelte ich heraus.
Verständnislos sah Herr Wildkorn mich an und zog eine Augenbraue hoch. Emmi mischte sich ein:
„Wir sind doch Detektive und wir haben Sie heute Morgen nicht Trompete spielen gehört und einige Spuren gefunden und dann wollten wir nachsehen, ob es Ihnen gut geht.“
„Das klingt nach einer aufregenden Geschichte. Die müsst ihr mir unbedingt bei einer Tasse Tee erzählen. Aber erst muss ich meinen kleinen, verletzten Freund hier versorgen.“
Mit diesen Worten deutete er auf eine große Holzkiste am Boden. Als Emmi sich darüber beugte, entfuhr ihr ein entzückter Laut: „Oh, wie süß! Ein Igel!“

Testleser

Liebe Interesstin, lieber Interessent,

du (ausnahmsweise verzichte ich auf die Höflichkeitsform, die ich üblicherweise verwende) bist wahrscheinlich hier, weil du meinem Aufruf auf Twitter gefolgt oder durch reinen Zufall auf meinen Blog gestoßen bist.

In ersterem Fall freue ich mich über dein Interesse und möchte dir hier nähere Informationen zu meinem Anliegen bieten sowie mein „Eselmädchen“ vorstellen.

Sollte dich der Zufall hierher geführt haben, so heiße ich dich herzlich willkommen und lade dich ein, in meinen übrigen, wenn auch überschaubaren, Beiträgen zu stöbern.

Nun aber zum Wesentlichen, worum es geht:
Um nichts geringeres als mein derzeitiges Herzensprojekt „Eselmädchen“. Es handelt sich dabei um den Arbeitstitel meiner ausgearteten Kurzgeschichte, die vielleicht noch zur Novelle heranwächst. Derzeit umfasst die Geschichte 29 Seiten und sollte daher mit relativ wenig Zeitaufwand zu lesen sein.

Zum Inhalt:

Tja, jetzt wirds knifflig … Wenn ich mich auf ein Genre festlegen muss, dann ist es wohl Fantasy. Gepaart mit etwas Gesellschaftskritik, die sich sehr gut auf unsere Realität übertragen lässt.

Es geht um einem Jungen, der mit seiner Mutter am Rande der Gesellschaft lebt und nach dem Verlust seines letzten Restes Selbstwertgefühl die Freundschaft des Eselmädchens sucht. Ein Mädchen, das allein mit einer Herde Eseln auf einer großen Wiese lebt und allgemein als Abschaum gilt. Ab diesem Zeitpunkt widerfahren ihm diverse Grausamkeiten und am Ende muss er, wie so viele Heranwachsende, die Welt vor ihrem Untergang bewahren.

Was sollten meine Testleser mitbringen:

Kritikfreudigkeit. Du sollst tüchtig und ehrlich, aber bitte kontruktiv meckern. Ich würde mich über eine differenzierte und gut ausgearbeitete Meckerei freuen, bin aber auch froh über einen einfachen Ersteindruck.

Keine Angst vor surrealen Texten und unsympathischen Figuren! Meine Figuren dienen kaum zur Identifikation, eher zur interessierten Beobachtung. Ich wünsche viel Freude dabei! 

Erfahrung. Im weitesten Sinne meine ich hier Texterfahrung. Als Leser, Autor oder vielleicht sogar als Testleser.

Und zu guter Letzt: Geduld. Ich bin nicht einfach und meine Texte sind es auch nicht. Gib uns eine Chance! 

Wenn ich dich jetzt immer noch nicht abgeschreckt und erfolgreich vergrault habe, dann bist du wohl genau der richtige Testleser oder die richtige Testleserin für meinen Text. 

Bitte kontaktiere mich einfach über Twitter, alles weitere werde ich dann mit dir besprechen. Da ich jedoch nicht allzu viele Testleser beschäftigen möchte, solltest du dich besser beeilen! 

Ich freue mich, auf eine etwaige Zusammenarbeit

Wiebke Tillenburg

Ich will keine Spinne sein!

Netzwerke.
Sie begegnen mir ständig und bringen mich wiederholt zum Nachdenken.
Netzwerke im Allgemeinen und Autor/Innennetzwerke im Speziellen. Sei es nun das PAN. e.V., die BartBroAuthors oder seit Kurzem das Nornennetz. Sie alle verheißen Gemeinschaft, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Doch so verlockend sie alle auf mich wirken, so schwer fällt es mir, mich tatsächlich bei einem zu bewerben. Warum?

Es ist eine Frage, die mich jetzt seit einigen Wochen quält. Bin ich denn nicht in der Lage, mich mit anderen Menschen auszutauschen und in einer gemeinsamen Sache zu unterstützen? Fällt es mir wirklich so schwer, auf andere Menschen zuzugehen?

Die Antwort lautet: „Nein.“ Tatsächlich kann ich das sogar sehr gut. Ich habe vielleicht einige Probleme, Smalltalk zu führen, aber darum geht es bei diesen Netzwerken auch gar nicht. Mein Problem liegt darin, dass ich mich als Individuum nicht einer Gemeinschaft zurechnen möchte, in der wiederum völlig unterschiedliche Individuen vereint werden.

Ich hoffe, Sie verstehen mich nicht falsch. Ich empfinde jedes der genannten Netzwerke als begrüßenswert und freue mich, dass sie für andere Menschen so wertvoll sind. Oft wünsche ich mir, auch dazugehören zu können. Mich plagt die Sorge, eine Außenstehende zu bleiben, mit der jeder zwar gerne redet, die aber einfach nicht dazugehört. Dann keimt wieder kurz die Absicht in mir auf, mich endlich zu bewerben, doch ich scheitere erneut an mangelnder Überzeugung.

Ich vernetze mich gerne. Aber mit Individuen, die ich persönlich als sympathisch, interessant und freundlich empfinde. Es fällt mir sehr schwer, mich mit einem Kollektiv zu identifizieren. Deshalb möchte ich keine Spinne sein, die andere in ihrem Netz fängt. (Oder gar ein gefangenes Insekt.) Ich bin lieber die faszinierte Träumerin, die die Netze von außen bewundert und zusieht, wie sie wachsen.

Dennoch sei betont, dass Spinnen, Fliegen, Motten (ganz besonders Motten) und jeder, der sich sonst dort draußen aufhält, in meinen Gedankenwäldern herzlich willkommen ist. Und natürlich freue ich mich, wenn sich unter Ihnen noch andere Beobachter meiner Art befinden, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Aus dem Schreiballtag

Ich lebe noch!

Auch wenn es sich aktuell nicht so anfühlt …

Ich hatte Ihnen eigentlich angekündigt, im Mai einige Beiträge zur #Autorinnenzeit zu leisten. Doch wie das Leben spielt, kam alles ganz anders. Allerdings ausnahmsweise in einem positiven Sinn. Ich bin derzeit wirklich ausgelastet mit meinen Autorentätigkeiten und das ist nicht selbstverständlich.

Einerseits bin ich mit der Überarbeitung zweier Kurzgeschichten, die aus dem Lektorat zurückgekehrt sind, beschäftigt. Wobei ich hiermit fast durch bin und es bald in die zweite Runde geht. Andererseits geht die Überarbeitung meiner Novelle „Eselmädchen“ gut voran und ich hoffe, sie bald an einige Testleser geben zu können. Darüber hinaus muss ich immer mehr Zeit für Recherche aufbringen, da die Überlegung, was ich mit dieser abgeschlossenen Novelle unternehmen werde, noch zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt hat.

Außerdem war, bzw. bin ich auch noch als Testleserin aktiv und bin natürlich auch bestrebt, den jeweiligen Autor/Innen eine hilfreiche Rückmeldung zu geben.

Der Familienalltag wirft mir zudem einige Kieselsteine oder ab und an auch echte Felsbrocken in den Weg, sodass ich alles liegen lassen und meiner Familie zu Hilfe eilen muss.

Ich hoffe Ihnen an dieser Stelle bald etwas mehr Inhalt bieten zu können, doch zur Zeit haben meine Schreibprojekte einfach Vorrang. Wenn Sie jedoch das Bedürfnis verspüren, etwas von mir und über mich zu lesen, so besuchen Sie doch einmal den Blog der wundervollen Autorin Kia Kahawa. Abgesehen von zahlreichen nützlichen Beiträgen zu „Autoren an die Steuer“, finden sie hier ein Interview, indem mir die Autorin einige Fragen im Zuge der #Autorinnenzeit stellte.

Auf bald!

Wiebke Tillenburg

Buchgedanken

„Namenlos-Eine Frankfurter Novelle“

Ich habe lange überlegt, ob ich Sie hier ab und an mit Rezensionen belästigen soll oder nicht. Ich mag eigentlich keine Rezensionen. Ich lese sie nicht einmal. Dennoch spreche ich gerne über Bücher. Allerdings in einem positiven Ton. Ich liebe den Austausch und daher meine Entscheidung, die Bezeichnung „Rezension“ bewusst zu vermeiden. Ich möchte Bücher nicht in diesem Sinne betrachten oder gar bewerten. Weder nach meinen, noch nach allgemeinen Maßstäben. Meine kurzen Buchgedanken dienen dazu, das Gelesene reflektiert zu betrachten und festzustellen, was das Werk für mich einzigartig macht. Was hat mich fasziniert? Was macht es besonders, interessant oder unterhaltsam? An mancher Stelle werden Sie vielleicht auch kritische Töne vernehmen, doch was es nicht geben wird sind ausschließlich negative Betrachtungen oder gar Verrisse. Daher schaffen es hierher nur solche Werke, die besonders vielversprechende Sprösslinge in meinem Gedankenwald hinterlassen und ihn auf besondere Weise bereichert haben.

Im Rahmen der #Autorinnenzeit widme ich den Auftakt meiner Buchgedanken Nika Sachs und ihrer Novelle „Namenlos“.

Vertrautheit trotz Anonymität. Ist so etwas überhaupt möglich? Genau das ist die Frage, der sich die beiden der Protagonisten in dieser kurzen, jedoch tiefgehenden Geschichte stellen.

Es geht um Anonymität. Nicht etwa um die Anonymität eines Individuums inmitten einer transparenten Gesellschaft. Nein, es geht um zwei Menschen, die sich ganz bewusst dazu entscheiden, ihre Anonymität voreinander zu bewahren. Zwei Menschen, die die Anziehung, die zwischen ihnen herrscht, wahrnehmen und sich ihr außergewöhnlich bewusst stellen. In erster Linie ist es die Protagonistin, die dazu neigt Klartext zu sprechen und so ihren klaren Vorstellungen Ausdruck verleiht. Der männliche Protagonist, gibt sich zunächst ironisch, wenn es um die Festlegung der Regeln für die namenlosen Dates geht, findet jedoch merklich gefallen an der Unwissenheit bezüglich der jungen Frau. Doch je größer die Anziehung zwischen den Protagonisten wird, desto mehr wächst auch seine Neugierde und es fällt ihm zunehmend schwer, sich an die vereinbarten Regeln zu halten.

Für mich war es nicht ausschließlich die Anonymität zwischen den frisch verliebenden, die den Reiz des Buches ausmacht. Es waren vielmehr die Figuren selbst. Der Autorin ist es gelungen, die Romanze zwischen Max und Erika Mustermann zu beschreiben und die Figuren dennoch interessant zu gestalten. Der Leser erfährt nur wenig über sie und ihn und dennoch ziehen beide Charaktere ihn in den Bann. Die Autorin verrät, dass beide nicht den Hauptgewinn bei der Verlosung der Lebensträume gezogen haben und jeder einen gewissen Ballast mit sich trägt. Während die Handlung immer wieder kleine Puzzleteile zu diesem Ballast liefert, wird er für den Leser immer unerheblicher. Der Leser hat inzwischen erkannt, dass die Vergangenheit für jeden der beiden bedeutsam ist, jedoch nicht für die Entfaltung ihrer Romanze. Hier stehen nur die Persönlichkeiten als solche im Mittelpunkt und nicht das, was sie dazu gemacht hat.

Dieses schmale Büchlein hat mir gezeigt, dass es in unserer Zeit, in der wir mit wenigen Mausklicks nahezu alles über einen Menschen erfahren können, sehr wertvoll sein kann, sich bewusst in Unwissenheit zu hüllen. Schließlich sind es die Menschen selbst, auf die wir uns letztlich einlassen müssen.

Abschließend möchte ich erwähnen, dass ich mich vorsichtig mit Leseempfehlungen umgehe. Sie sollen selbst entscheiden, was Ihnen lesenswert scheint. Doch ich kann nur dazu anregen, sich einmal auf dieses Gedankenexperiment einzulassen. Was macht es mit uns, dass wir einen Mensch oft schon zu kennen glauben, ohne ihm jemals wirklich begegnet zu sein? Welche Aspekte machen einen Menschen wirklich kennens- und liebenswert?

 

#Autorinnenzeit

Eigentlich gibt es diesen Blog gar nicht.

Eigentlich wollte ich eine Fülle qualitativ hochwertiger Inhalte und Beiträge erstellen. Und eigentlich sollte all das wesentlich durchdachter daher kommen. Aber dann las ich von der wundervollen Idee zur #Autorinnenzeit, die Sven Hensel für den Mai erklärte, und meine guten Vorsätze waren dahin. Denn diese großartige Aktion bietet mir einerseits die Chance, Sie in meinen frisch gebackenen Autorinnenblog einzuführen, anderseits kann ich hier ausführlichere Beiträge leisten, als es mir die 140 Zeichen bei Twitter ermöglichen.

Daher steht mein heutiger Beitrag zur #Autorinnenzeit ganz im Zeichen des Eigennutzes und ich präsentiere Ihnen hiermit offiziell meine Gedankenwälder, die ich höchstpersönlich zum Naturschutzgebiet erkläre. Kleine Ideen und junge Gedanken sollen hier auf nahrhaften Boden treffen, um eines Tages zu kräftigen Rindenhäutern zu wachsen. Zunächst sind keine regelmäßigen Beiträge vorgesehen, sodass der Baumbestand sich eigenständig und frei von jedem Zwang entwickeln kann. Die Themen, die Sie hier erwarten, erstrecken sich von A, wie Alltagsbanalitäten bis G, wie Gedankenejakulat. „Warum nicht bis Z, wie Zukunftsvisionen?“, mögen manche an dieser Stelle fragen. Die Antwort ist einfach: Ich bin nicht größenwahnsinnig. Des Weiteren bin ich nicht weitsichtig oder ausreichend strukturiert, um mir solch weitreichende Betrachtungen anzumaßen. Meine Tagträumereien beziehen sich also auf das Hier und Jetzt oder nicht existente Fernen.

„Nicht noch einen Autorinnenblog!“, wird vermutlich auch der Ein oder Andere unter Ihnen denken und im Grunde stimme ich Ihnen zu. Genau dieser Gedanke hat mich lange beschäftigt, bevor ich die Entscheidung zu Gunsten eines eigenen Blogs traf. Wer soll das alles lesen? Ich komme selbst kaum hinterher bei all den großartigen Blogs und Autorenseiten. Den letzten Ausschlag für diesen Blog gab mein eigener Mitteilungsdrang. Denn wie in jeder guten Ehe, lautet das Kernproblem des Menschen: Niemand hört mir zu! Diese Plattform gibt mir nun die Möglichkeit, alle meine Gedanken und Ideen, die sich in meinem Kopf zu einem unbezwingbaren Chaos entwickeln, mehr oder weniger geordnet, in die Welt hinaus zu schreien. Und das absolut lautlos, unauffällig und völlig unabhängig davon, ob es jemanden interessiert oder nicht.

Mit dieser losen Sammlung erster Gedanken verabschiede ich mich jetzt in den Mai und freue mich auf die #Autorinnenzeit. Ich hoffe Sie hier, für den ein oder anderen Beitrag meinerseites, erneut begrüßen zu dürfen.